e-Sport – vom Freizeitzocker zum Shootingstar

Ein Bereich, der sich in letzter Zeit einer immer größer werdenden Beliebtheit erfreut, ist der des e-Sports. Hier sind mittlerweile ausverkaufte Stadien und Millionen von Zuschauern auf der ganzen Welt an der Tagesordnung. Die Spieler selber werden dabei mitunter verehrt wie Popstars, die jeder kennt. Sogar Wetten auf e-Sport-Events sind inzwischen möglich und damit können sich auch Fans ein wenig vom Erfolg der Branche abschneiden.

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Ein professioneller Spieler am Computer
Bild: Das Stereotyp eines e-Sportlers: Bewaffnet mit einem Headset geht es auf in den digitalen Kampf. Bildquelle: adamziaja.com – 182839493 / Shutterstock.com
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e-Sport kann gemeinhin auch mit Wettbewerbszocken übersetzt werden

Fernab der e-Sport-Szene fragen sich viele Menschen, was überhaupt hinter dem ganzen Trubel steckt. Das „E“ im Begriff „e-Sport“ steht für „elektronisch“ und macht eigentlich direkt klar, um was es dabei geht. E-Sport ist kein klassischer Sport, wie er im Buche steht, sondern findet vor dem Bildschirm eines Computers statt. Die rechte Hand liegt standardmäßig auf der Maus, die linke auf der Tastatur und die Augen fokussieren gebannt das Geschehen auf dem Bildschirm. Doch was macht e-Sport so besonders, und wodurch wird der große Reiz erzeugt, es vom einstigen Freizeitzocker zu einem professionellen Gamer zu bringen?

  1. Professionelle e-Sportler zocken auf Turnieren um Millionen von Preisgeldern
  2. Die Profis genießen Ruhm und Ehre und sind auf der ganzen Welt bekannt
  3. Geld mit etwas zu verdienen, das man am liebsten macht, ist für viele ein starkes Argument

Was die meisten Personen, die sich noch nicht näher mit e-Sport beschäftigt haben, erst einmal nicht glauben können, ist in der Praxis die normale Realität: Erfolgreiche e-Sport-Profis verdienen mehr als ein Anwalt oder Mediziner, denn alleine auf den prestigeträchtigsten Events werden mehrere Millionen an gesamtem Preisgeld vergeben. Der Großteil entfällt hierbei natürlich auf den Sieger, aber auch die restlichen Teams gehen dabei nicht leer aus.

Einzelkämpfer kommen in den teambasierten Spielen nicht sehr weit

Gaming begeistert Massen
Bild: Ausverkaufte Hallen und eine grölende Zuschauermenge gibt es auf e-Sport-Events regelmäßig. Bildquelle: adamziaja.com – 182859260 / Shutterstock.com

Apropos Teams: Wer in den professionellen Bereich gelangen will, ohne ein guter Teamplayer zu sein, sieht sich einem schier aussichtslosen Unterfangen gegenübergestellt. In der sogenannten ESL, der Electronic Sports League, werden vor allem solche Spiele gezockt, die über einen Multiplayer-Modus verfügen, sodass mehrere Spieler gemeinsam zusammen gegen andere Teams spielen können. Achtet hierbei nur jeder auf sich und kann seinen Mitspielern keine wertvollen Informationen über die Gegner liefern, geht nicht nur das ganze Team unter, sondern jeder einzelne gute Spieler ebenso. Damit das nicht passiert, verfügen die Spieler über Headsets, mit denen sie sich untereinander verständigen können. Mit Hilfe dieser tauschen sie mitunter Informationen wie die folgenden aus:

  • Stärke eines gegnerischen Spielers
  • Ort des gegnerischen Spielers auf der Map
  • Interne Kommandos, die auf taktischer Basis gegeben werden
  • Anforderung von Unterstützung

Um dem Gegner am Ende überlegen zu sein und das Spiel zu gewinnen, müssen die Teammitglieder untereinander vor allem die Stärke und den Aufenthaltsort eines gegnerischen Spielers kommunizieren. Außerdem wird die Taktik permanent an das Live-Geschehen im Spiel adaptiert. Dies kann wesentlich besser auf sprachlicher als auf schriftlicher Ebene geschehen.

Fähigkeiten eines professionellen Zockers müssen sehr vielfältig sein

Übung ist alles wer zu den Besten gehören will
Bild: Wer später einmal Profi ist, hat in der Regel schon sehr früh mit dem ambitionierten Zocken begonnen. Bildquelle: ESB Professional – 374226769 / Shutterstock.com

Spiele wie etwa Counter Strike Global Offensive bieten zwar auch einen Sprachchat an, doch keiner der Spieler hat während des hektischen Infight-Geschehens überhaupt Zeit, diesen zu lesen, respektive Antworten tippen zu können. Neben der Fähigkeit, sich gut mit den anderen Team-Mitgliedern abstimmen zu können, benötigen Spieler für eine erfolgreiche Zukunft als e-Sportler vor allem die folgenden Skills:

Nicht zu verachten ist der Fakt, dass es auch unter den Amateur-Spielern außerordentlich gute und talentierte Gamer gibt, die allerdings beispielsweise ein Defizit in Sachen Konstanz aufweisen oder nicht gut mit mentalen Belastungen umgehen können. Läuft es zum Beispiel für eine längere Episode für das Team nicht gut, unterscheidet sich der Profi vom Amateur dadurch, dass sein Mindset nach wie vor optimal eingestellt ist. Er lässt sich nicht so leicht von einem schlechten Run aus dem Konzept bringen und behält das Ziel des Teams fest vor Augen. Immens wichtig ist aber auch die Hand-Auge-Koordination, denn ist diese optimal geschult, wirkt sich dies positiv auf die Reaktionsschnelligkeit aus. Oberstes Ziel eines professionellen Spielers ist die Automatisierung der Kombination, sodass kein zusätzliches Nachdenken erforderlich ist und die volle Aufmerksamkeit beim Spielgeschehen verbleiben kann.

Populäre Vereine wie der FC Schalke engagieren sich ebenfalls im e-Sport

Infografik: Die Gesamtpreisgelder der hochdotierten e-Sport-Turniere weltweit können sich sehen lassen. Bildquelle: Eigene Darstellung

 Geld verdienen mit Gaming
Infografik: Die Gesamtpreisgelder der hochdotierten e-Sport-Turniere weltweit können sich sehen lassen. Bildquelle: Eigene Darstellung

Welch enormes Potenzial in dem Bereich des e-Sports steckt, wird daran deutlich, dass mittlerweile sogar erfolgreiche Fußballclubs wie der FC Schalke 04 über ein e-Sport-Team verfügen. Ein vergleichsweise neuer Trend, der damit zusammenhängt, sind Wetten auf den Ausgang von e-Sport-Matches. Genau wie bei anderen sportlichen Veranstaltungen können interessierte Fans darauf tippen, welche Mannschaft am Ende die Nase vorne haben wird. Im Erfolgsfalle winkt eine nette Auszahlung, wobei die Quoten abhängig sind von der Stärke der jeweiligen Teams. Doch nicht nur der FC Schalke verstärkt sein Engagement in diesem Bereich, sondern auch der VfL Wolfsburg. Beide Teams haben offenbar erkannt, dass sie mit dem digitalen Fußballspielen, namentlich dem Spiel FIFA, auch Geld verdienen können. Fans honorieren dies wie folgt:

  • Sie kaufen Tickets für die entsprechenden Events
  • Sie begrüßen den Innovationscharakter ihres Vereins
  • Sie stellen ihren Support auch abseits des Fußballstadions zur Verfügung

Zugegebenermaßen ist es allerdings momentan so, dass sich etliche Vereine dem Ganzen noch etwas verschließen, weil sie keine Notwendigkeit sehen, in dem Bereich aktiv zu werden oder gerade andere primäre Angelegenheiten in der Bundesliga zu regeln haben. Nur die Zukunft wird also zeigen, inwiefern die angestammten Fußballclubs dazu in der Lage sind, Shootingstars auch abseits des Fußballplatzes zu gebären.

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